Finanztipp - Private Equity - Wachstum durch Eigenkapital

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Für eine Firmenübergabe oder für das Firmenwachstum eines jungen Unternehmens liefern Private-Equity Investoren das notwendige Eigenkapital
Finanztipp des Monats gibt eine kurze Erläuterung zum Thema.

Private Equity - Heuschrecken oder Wirtschaftsmotor Private Equity - Heuschrecken oder Wirtschaftsmotor

Seit der Titulierung als "Heuschrecken" im Jahre 2005 durch den damaligen Arbeitsminister Franz Müntefering sind die Investitionen durch s.g. Private-Equity Fonds ins öffentliche Interesse gerückt und für einige Zeit zu einem beliebten "Stammtisch-Thema" geworden. Was aber genau hinter dieser Investitionsmöglichkeit steckt bzw. wie eine Private-Equity Beteiligung im Einzelnen funktioniert und abläuft ist den meisten völlig unbekannt.
Wie also arbeiten Private-Equity Unternehmen und welchen Einfluss haben sie auf die Wirtschaft?
Eine kurze Antwort auf diese Frage kann die Meinung über "gut" und "böse" sehr leicht beeinflussen, da folgende Aussagen zutreffen:
Private-Equity-Fonds kaufen notleidende Unternehmen, bauen sie um (teilweise werden die Unternehmen zerstückelt) und versuchen sie wieder gewinnbringend zu verkaufen. Private-Equity-Fonds stellen Wirtschaftsunternehmen aus unterschiedlichsten Gründen Eigenkapital zur Verfügung, mit der Absicht, einen hohen Gewinn zu erzielen, wenn die Beteiligung wieder verkauft wird.
Dies klingt zunächst eher nach Ausbeutung als nach Wirtschaftsmotor, doch bei näherer Betrachtung stellt sich die Sachlage anders dar. Um dies zu erkennen, muss mann verstehen, welche Arten von PE Investitionen es gibt. Für Wirtschaftsunternehmen, die aus welchen Gründen auch immer, Kapital benötigen, bieten sich grundsätzlich zwei Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung:
  • Fremdkapital in Form von Banken-Darlehen oder private Investitionen in Form von Unternehmens-Anleihen. Beide Finanzierungen bedingen weder ein Eigentums- noch ein Mitbestimmungsrecht und werden daher ohne Sicherheiten nicht oder zu sehr teuren Konditionen vergeben.
     
  • Anders sieht es bei Firmenbeteiligungen aus, die zu einer Erhöhung des Eigenkapitals führen. Hierzu zählen zum einen die bekannten Aktien-Beteiligungen (ohne direktes Mitbestimmungsrecht des Einzelnen, da i.d.R. ein großer Streubesitz gegben ist) und zum anderen die direkten Firmenbeteiligungen (z.B. als Private-Equity), die je nach Beteiligungsgröße ein maßgebliches Mitbestimmungsrecht bedingen.
Anlässe für solche Private-Equity Beteilgungen sind in der Hauptsache Firmenübergaben (s.g. Management-Buyout bzw. Buyin) oder Wachstumsünterstützungen in unterschiedlichsten Wachstumsphasen von Startup-Unternehmen (Venture Capital) bis hin zum Börsengang (IPO). Die Beteiligungen werden meistens so ausgestaltet, dass der Investitionsgeber etwas mehr als 50% der Firmenanteile erwirbt.
1a) Management Buyout (MBO)
Unternehmensübergabe an das bereits bestehende Management, z.B. bei Familienbetrieben ohne direkten Familien-Nachfolger.
Da das bestehnde Management (z.B. der amtierende Geschäftsführer) bei großen Unternehmen i.d.R. nicht in der Lage ist, den gesamten Firmenwert als Kaufpreis aufzubringen (Banken geben hierfür ohne zusätzliche Sicherheiten nur in den seltensten Fällen eine 100%-Finanzierung), wird ein erheblicher Teil des Kaufpreises durch eine Privat-Equity Investition bereit gestellt. PE-Investor und das übernehmende Management werden somit gemeinschaftlicher neuer Eigentümer (meist im Verhältnis 51% / 49%). Beide sind am Gewinn -und auch am Verlust- beteiligt und daher bestrebt, möglichst profitabel zu wirtschaften (und dies nicht nur kurzfristig, sondern langfristig),
-der neue Firmenchef, da ihm die Firma noch lange erhalten bleiben soll
-der Private-Equity Investor, da er zum einen aus dem Firmengewinn eine wiederkehrende Rendite erhalten möchte, zum anderen, da die Beteiligung irgend wann wieder mit Gewinn veräußert werden soll (s.g. Exit-Erlös)
1b) Management Buyin (MBI)
Für einen MBI-Prozess gilt das gleiche wie für eine MBO Finanzierung. Einziger Unterschied, das Management kommt von außen in die Firma.
1c) Leveraged-Buyout (LBO)
In diesem Fall wird der Kaufpreis nicht zu 100% aus Eigenkapital aufgebracht, sondern zu einem erheblichen Teil aus einem Banken-Darlehen (z.B. 60%)
2) Unterstützung in unterschiedlichen Wachstumsphasen
3) Mezzanine-Finanzierung
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